Wisse, was du hast

In unserem Alltag geht es oft darum, was wir alles gerne hätten, wenn wir die Möglichkeiten dazu hätten, ohne zu bedenken, was wir bereits haben. Dabei leben wir unser Leben unter Umständen nicht wirklich. Vielmehr wird es gelebt. Was es damit auf sich hat, diskutieren wir hier gemeinsam…

Wem geht es nicht so? 

„Ich hätte gerne das iPhone Xs, den neuen Seat Cupra, ein größeres Haus, mehr Geld, mehr Zeit. Ich würde gerne mehr reisen, mehr sehen, mehr machen, mehr sein.“ Genau diese Sehnsüchte werden unaufhaltsam von der Werbe- und Konsumbranche geschürt und bis zum letzten bitteren Cent ausgenutzt. Während wir also denken, dass unsere Entscheidungen frei getroffen werden, sind wir eigentlich nur Sklaven unseres Konsums und dem ständigen Verlangen nach mehr. Wir leben nicht unser Leben, es wird für uns gelebt und dafür müssen wir arbeiten und mehr verdienen.

Jeder von uns hat sich sicherlich schon mal über den einen oder anderen der oben genannten Aspekte beschwert oder sich mehr von etwas gewünscht. Mehr vom Leben erwartet, mehr von jemandem erhofft. Doch nein – in diesem Artikel soll es nicht um unseren finanziellen Wohl-/ oder Notstand oder unsere Dankbarkeit im Leben gehen. Heute geht es um etwas anderes. Wir alle haben Wünsche und Träume oder Bedürfnisse. Doch was ist mit dem, was wir bereits haben? Nicht finanziell, sondern immateriell. Denn während es oft um die Frage „Wie viels?“ geht, diskutiert kaum jemand das „Was?“

„Welche Talente habe ich?“

„Welche Schwächen habe ich?“

„Wovon träume ich?“

„Welche Ziele habe ich?“

„Welche Fähigkeiten habe ich?“

„Welche Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung?“

Bevor wir anfangen zu quantifizieren, was wir alles gerne hätten oder was uns im Leben fehlt und von unserem Chef, unserer Firma, der Familie oder Freunden oder auch uns selbst beginnen zu erwarten, sollten wir erst einmal genau aufstellen, was wir bereits haben. Denn eine finanzielle Stimulation unserer Sinne mag uns für den Moment befriedigen, wird aber nichts an unserer Zufriedenheit, unseren Erwartungen oder unserer Haltung ändern. Mit mehr Möglichkeiten werden lediglich die Wünsche größer. Anstatt also nach dem zu suchen, was wir nicht haben, sollten wir die Augen dafür öffnen, was wir bereits haben. Der berühmte Autor Robert Kiyosaki von „Rich Dad Poor Dad“ sagt in einem seiner Interviews sinngemäß „Eine Aussage schließt den Verstand, eine Frage öffnet den Verstand“. Anstatt also uns von dem was andere tun, machen, haben oder wollen, leiten zu lassen, sollten wir uns zuerst auf uns selbst fokussieren. Aus Gesprächen mit vielen Menschen weiß ich, dass das Beantworten der oben gestellten Fragen oft zu der Antwort „Eigentlich habe ich fast alles, was ich brauche und mir wünsche“ führt. Ohne mehr zu verdienen oder zu besitzen ändern wir alleine durch die Beantwortung der richtigen Fragen unser Bewusstsein und unsere Haltung. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit unsere Zufriedenheit und unser Wohlbefinden zu steigern.

Doch wenn das nicht der Fall ist, dann ist das erstmal nicht schlimm, sondern zeigt uns, dass wir etwas ändern wollen, nein gar müssen! Also können wir damit fortschreiten zu fragen was habe ich? Die Antworten auf die oben gestellten Fragen können zum Beispiel wie folgt aussehen:

„Ich bin eine sehr gute Mathematikerin!“

„Ich bin ungeduldig und unkonzentriert.“

„Meine eigenen Technologien zu entwickeln.“

„Glücklich sein!“

„Ich kann programmieren und spreche drei Sprachen.“

„Stipendien, eigene finanzielle Mittel, meine Familie, Freunde, meine Fähigkeiten.“

Wer möchte, kann sich die Fragen und Antworten gerne aufschreiben und diese individuell kategorisieren. Hieraus ergibt sich ein deutlich detaillierteres und übersichtlicheres Bild als nur darüber zu meckern, was man nicht hat. Daraus ergeben sich auch die Erkenntnisse, was man wirklich im Leben möchte. Und auf diese Weise lassen sich die relevanten von nur interessanten Aspekten, Zielen und Wünschen trennen, um sich auf einige wichtige Dinge zu fokussieren. Ein einfaches Beispiel:

Ich persönlich hatte unglaublich viele Ziele und Wünsche auf einmal. Eine eigene Tech Firma, Immobilien, einen eigenen Hof, eine Ausbildung zum Patentanwalt, eine große Familie, viel Reisen, sehr sportlich sein, viel lesen und so weiter. Am Ende jedoch hatte ich das Gefühl unter meinen eigenen Zielen und Wünschen zu ersticken, da ich bisher noch kaum etwas von der imaginären Wunschliste erfüllt hatte. Erst die Frage „Was habe ich im Leben?“ hat mich dazu geführt „Was will, möchte, brauche, wünsche ich mir noch?“

Viel Spaß dabei.

1 thought on “Wisse, was du hast”

  1. Super klasse. Diese Fragen stellt sich eigentlich jeder. Der Vorschlag sich auf die eigenen Möglichkeiten und Errungenschaften zu besinnen ist richtig. Was tun wir aber mit den Wünschen die wir haben? Nicht das wir später auf ein Leben zurückblicken und nicht glücklich sind damit. Ich schlage vor, dass wir mindestens einen Wunsch uns erfüllen und erfolgreich abschließen. Dann wird uns unsere Realität einholen und wir werden vorsichtiger mit unseren Erwartungen an uns selbst. Also Ali viel lesen tust du jetzt noch eine große Familie!

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