Zu wenig Motivation


Wir alle kennen Aussagen wie „Montags habe ich gar keine Lust“ oder „Das war wieder ein typischer Wochenstart“ oder „Morgen ist endlich Wochenende“. Und sie haben alle etwas gemeinsam. Aus den tiefen unseres Innern spricht das Verlangen danach unser Leben eher mit Freizeit als mit Arbeit zu füllen. Was die Gründe dafür sind und wie man damit umgehen kann oder sollte besprechen wir hier.

Vom Schüler, über den Azubi, den einfachen Mitarbeiter bis hin zur hochqualifizierten Führungskraft. Wir alle haben mal mehr, aber eher weniger Lust auf das, was wir tun (sollen). Als Grund dafür wird oft ein Mangel an Motivation angegeben. So kam es vor, dass mir ein anderer Doktorand in einem persönlichen Gespräch in den ersten Wochen seiner Promotion bereits sagte wie sehr es ihm an der richtigen Motivation mangelt etwas zu tun. Das ist nicht ungewöhnlich. Für neue Mitarbeiter vielleicht eher, nicht jedoch für langjährig beschäftigte Kollegen.

Es bedarf keiner langen Recherche, um zahlreiche Artikel mit Titeln wie „Gefangene am Arbeitsplatz“oder „Kampf der Prokrastination: 8 Tipps gegen die Aufschieberitis“oder Studien verschiedener Beratungsunternehmen zu finden, die einfach gesagt zu dem Schluss kommen, dass viele „einfach“ unmotiviert sind. Bevor wir in diesem Beitrag direkt in Themen wie Neurolinguistisches Programmieren (NLP) oder die NLR Regionen im Gehirn eingehen und euch dazu bringen den Klick auf diesen Artikel zu bereuen, möchte ich etwas einfacher einsteigen.

Zahlreiche Motivationsbücher, Artikel oder Beiträge setzen bei der selbst Motivation an. „Wie kann ich sie steigern? Wie halte ich sie hoch? Warum fehlt sie mir?“Und so weiter. Doch aus meiner Sicht sind das die falschen Fragen. Das erste, was mir in solchen Fällen immer einfällt ist: „Warum muss ich mich überhaupt motivieren?“Ich muss mich doch auch nicht motivieren morgens zu frühstücken oder abends zu schlafen oder gar zu atmen. Doch was viele von uns versuchen ist sich oder andere zum Luft anhalten zu motivieren. Wie lange sollte man das aushalten? Vielleicht 1 Minute, wer gut ist vielleicht 2? Wie lang lässt sich ein Mensch also motivieren etwas zu tun, was er oder sie nicht mag, worauf er oder sie keine Lust hat, was ihm oder ihr keinen Spaß macht, womit sich diese Person im Leben nicht identifizieren kann oder was sie im Grunde vielleicht sogar verabscheut? Vielleicht ein paar Monate oder ein auch einige Jahre. Doch wie effektiv, produktiv, kreativ, zielstrebig oder effizient kann ein Mensch dabei sein? Schließlich ist es ja das, was von Seiten unserer Gesellschaft ständig von uns gefordert wird.

Bevor wir uns also Sorgen über unsere mangelnde Motivation machen oder den Kopf von den Sprüchen und Kommentaren unserer Mitmenschen zerbrechen lassen, sollten wir uns zuallererst fragen: „Was will ich? Was will ich wirklich in meinem Leben?“ Hierbei geht es nicht um unsere Ausbildung, den Job, unsere Familiensituation, den Wert unserer Immobilien oder das Modell unseres Autos. Auch nicht um unsere Zukunft. Es geht um uns, um unser Leben und am allerwichtigsten um unsere Gegenwart. Selbstverständlich ist es wichtig an die Zukunft zu denken, aber viele von uns leben darin. „Ich zahle noch 8 Jahre meine Schulden ab, danach lebe ich“ oder „Ich muss nur noch 2 Jahre im Studium aushalten, danach geht es mir gut“ sind hier keine ungewohnten Aussagen. Aber warum geht es uns nicht jetzt gut? Die Antwort ist so einfach wie erschreckend. Weil wir Angst haben. Wir haben Angst davor uns unseren wahren Wünschen und Träumen zu stellen und beklagen lieber unsere mangelnde Motivation, lassen uns für viel Geld coachen, um uns künstlich am Tropf des gesellschaftlichen Lebens zu halten und hangeln uns von Wochenende zu Wochenende, um den Alltag zu ertragen. All die, die diesen Artikel bis hierher gelesen haben, bitte stellt euch diese zwei Fragen und nehmt euch einige Wochen Zeit, um die Antwort darauf zu finden. Bei mir hat es Monate gedauert, vielleicht seid ihr schneller als ich.

„Was will ich?“ und  „Bin ich bereit es wirklich zu tun?“

Wenn ihr die Antwort habt, schreibt mir gerne eine Mail und bis dahin melde ich mich mit einem neuen Artikel zurück.

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